Tagebuch - Mai 2014

Montag, 12. Mai 2014

Newcomer. — Scham, über das eigene Schreiben zu reden, vor allem unter Freunden. (Auch Hemmungen, diese meine Homepage zu erwähnen, die A. als narzisstische Entblössung und B. als unnötigen Dilettantismus empfinden könnten). Angst vor der Öffentlichkeit, sofern ich mich nicht hinter Gottfried Keller oder einem wissenschaftlichen Thema, das ich zu beherrschen glaube, verstecken kann.

Ich habe einen Text geschrieben für ein Büchlein, in dem auch 36 andere geschrieben haben. Die Sechsunddreißig verschaffen mir die Berechtigung, ja die Verpflichtung, das Büchlein zu mögen, zu propagieren, ihm möglichst viel Aufmerksamkeit zu wünschen und sogar mich selbst dabei en passant zu erwähnen. Außerdem war der Text für das Büchlein, das ich meine, ein Auftragstext, was ihm jedenfalls den Anschein einer gewissen objektiven Wünschbarkeit verschafft. Besagtes Büchlein trägt den Titel Handbuch der Ratlosigkeit. Ist es nicht eine schöne Sache, gemeinsam ratlos sein zu müssen?