Tagebuch April 2014

Sonntag, 6. April 2014

Basler Zoo. — Geplant: Sonntagsausflug zum Hörnli Friedhof, wo man (als noch Lebender) so schön, bergauf bergab, zwischen den Toten spazierengehen kann. Kaum gestartet, treffen wir an der ersten Ecke auf Freunde, die uns mit zum Zoo schleppen. Zwei Mal AHV, ein Mal Rollstuhl, ein Mal normal. Ich schiebe V., die sich bei einem Sturz vom Schlitten das Bein gebrochen hat, im gemieteten Rollstuhl von Gehege zu Gehege. Vier oder fünf oder wieviel Junge bei den Löwen. Sie liegen eng aneinandergeschmiegt da und schlafen. Babys zum Nachhause-Nehmen. Die Mütterherzen unter den Publikumsherzen schlagen höher. Auch die Alten dösen vor sich hin. Stinkfaule Bande. – Dagegen die Nashörner, tonnenschweres Urgestein. Auch eine Familie. Sie gehen umher auf leisen, wie mit Lumpen umwickelten Sohlen, rennen manchmal ein wenig, spielen Zweikampf und scheinen insgesamt wohlauf und munter. – Und dann die Flamingos (Phoenicopteridae), Schaarentiere, die bequemerweise stehend auf einem Bein schlafen und wenn sie sich hinlegen beide Beine wie zwei Stöcke zusammenklappen.